Nicht wahr, es iſt ſchön hier? fragten Andere, mit Stolz auf dem öden, ſchmutzigen Hofraum um⸗ herblickend. Seht, welch einen großen, ſchönen Spiel⸗ platz wir hier haben! Gewiß, ſolch einen Spielplatz kann man drinnen in der Stadt gar nicht haben!
Die kleinen Ankömmlinge blickten ſcheu und ver⸗ legen umher. Vielleicht fanden ſie dieſen ſchmutzigen Raum weniger köſtlich, als die deſſelben Gewöhnten, vielleicht war es ihnen bedrückend, fremd und unbe⸗ kannt inmitten ſo Vieler zu ſein,— ihre Augen füllten ſich mit Thränen, und zitternd klammerten ſie ſich feſter an einander, als wollten ſie ſich gegenſeitig ſchützen gegen die zudringliche Freundlichkeit der Kinder.
Es waren ein paar kleine Mädchen, blondgelockt, mit himmelblauen Augen, lieblich anzuſchauen, ärm⸗ lich, aber reinlich gekleidet.
Und wie heißt Dus fragten die Kinder das größte der Mädchen.
Mariel ſagte ſie ſchüchtern.
Und wie alt biſt Du?
Sechs Jahre!
Und Dus fragten ſie die kleinere.
Sophie, ſagte das Kind mit holder, flötender Stimme, und vorgeſtern ſind wir beide ſechs Jahre geworden!
So kommt Marie und Sophie, wir wollen ſpielen! Ja das wollen wir! Ihr ſollt König und Königin ſein, und wir wollen Euren Hofſtaat vorſtellen! Da, ſetzt Euch Beide dort auf jenen Stein, das iſt Euer Thron, und wir wollen zu Zwei und Zwei an Euch vorbeiziehen, und dann ſprecht Ihr ein paar Worte mit uns, und nickt mit dem Kopf, und wir ſagen Euch dann unſern Namen! 4
Ja, ja, das wollen wir ſpielen! jubelten Alle, und ſchon ordnete ſich der Zug, als Alle, wie von einem


