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Euren Mienen einen Widerſpruch, ich will ihn aber nicht hören. Noch bin ich Euer Herr, und ich verlange von Euch, daß Ihr mir gehorcht. Auch keinen Dank,“ fuhr er fort, als Antonio, ſich auf ein Knie niederlaſſend, des Fürſten Hand an ſeine Lippen preßte;„dankt mir durch Glück. Anch bin ich nicht ohne Egoismus, Graf! Ich feſſele Euch ſo, daß Ihr mir nicht ganz entfliehen könnt; in meiner Villa bleibt Ihr mein Unterthan, und ich habe das Recht, Euch zuweilen aufzuſuchen, denn, daß Ihr zu mir kommen werdet, darf ich wohl nicht hoffen?“
Der Fürſt hatte ſcherzend geſprochen, um ſeine eigne tiefe Rührung zu verbergen, er fühlte aber, daß dieſe ihn bewältigen könnte, und ſagte haſtig: „Lebt denn wohl, Graf! Alles Nöthige erfahrt Ihr morgen durch meinen Haushofmeiſter. Lebt wohl, und Gott geleite Euch!“
„Lebt wohl, lebt wohl, und Gott ſegne Euch, mein gütiger, mein edler Fürſt!“ ſtammelte Antonio mit vor Rührung erſtickter Stimme.„Ich danke Euch Alles, Alles, was ich bin, und habe doch
nur Worte, Euch zu danken.“ .„Die Liebe iſt kein leeres Wort,“ ſagte der Fürſt tief bewegt,„es iſt die That des Gedan⸗ kens und ſchafft aus ſich dem Andern einen herr⸗ lichen Lohn, den Lohn ihrer ſelbſt. Liebt mich, Antonio, und gedenket mein, das ſei Eure Dank⸗ barkeit! Und nun lebt wohl!“


