Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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* nicht, fuhr er lebhaft fort, als Antonio ihn un⸗ 41 zterbrechen wollte,ſagt mir nicht, daß Ihr aus Eurer Jugendzeit an Entbehrung und Mangel ge⸗ wöhnt ſeid. Der Knabe konnte entbehren, was er nicht kannte, der Mann würde vermiſſen, was er einmal genoſſen. Und weil ich es denn nicht ver⸗ mochte, Euch in meiner Nähe glücklich zu machen, ſo müßt Ihr nun zum Erſatz für Eure Schmerzen, die ich verſchuldete, mir geſtatten, Euch glücklich zu machen nach Eurer Weiſe, wenn auch leider fern von mir. Ich entſinne mich ſoeben einer Villa, die ich freilich ſeit manchem Jahr nicht be⸗ ſuchte, deren liebliche Lage mir aber noch klar im Gedächtniß geblieben iſt. Sie liegt mitten im Wald, fern von allem Verkehr mit der Welt. Nur vom 8 Söller der auf einem Hügel gelegenen Villa hat man einen freien Blick in die Gegend, und über die Wipfel der Bäume hinweg ſieht man in die herr⸗ lichſte, lachendſte Gegend Siciliens. Ich habe dort einſt einige glückliche Wochen verlebt, aber mein Hof klagte und jammerte ſo lange über die tödt⸗ liche Einſamkeit, bis ich mich entſchließen mußte, 4 ſie aufzugeben. Ein Fürſt iſt abhängiger von ſeinen Dienern, wie Ihr es ahnen mögt. Dieſe Villa gehört von jetzt an Euch, Ihr findet dort eine auserleſene Bibliothek, und daß Euch die Bedürf⸗ niſſe des Lebens nicht nahe treten, ſei meine Sorge, 1 und ich werde meinem Haushofmeiſter heute noch die nöthigen Befehle ertheilen. Kuil h leſe