Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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in Euch ſehen laſſen, und in unbegrenzter Liebe gehört Euch mein Herz. Dies Gefühl ſoll mich. begleiten in meine Einſamkeit, und wenn ich alle Erinnerungen an die Vergangenheit in mir be⸗

kämpfen und tödten will, ſo ſoll das Denken an

Euch in mir leben und leuchten, einem friedlichen, glänzenden Sterne gleich.

Der Fürſt drückte ihm liebevoll die Hand und fragte nach einer Pauſe:Wohin aber gedenkt Ihr zu gehen?

In den Wald, in den ſtillen, friedlichen Wald, erwiederte Antonio lebhaft,und wo die Bäume am dichteſten ſtehen, und die Welt am fernſten iſt, da will ich mir eine Hütte bauen, und den Gottesfrieden der Natur meine Bruſt durch⸗ ſtrömen laſſen!

Und ganz allein wollt Ihr dort leben?

Ein Mädchen, einfach und wahr, wie ſie aus den Händen der Natur hervorgegangen iſt, wird mich begleiten, erwiederte Antonio erröthend;ſie will meine Einſamkeit mit mir theilen, und ſcheut nicht die Zurückgezogenheit von der Welt. Der Fürſt ſagte lächelnd:Ihr vergeßt aber, mein junger Freund, über der Idylle die Wirklich⸗ keit. Wovon wollt Ihr leben, wovon Euch näh⸗ ren? Ihr könnt nicht von den Kräutern und Wur⸗ zeln des Waldes leben, und um ſolch Daſein, wie Ihr es Euch träumt, genießen zu können, muß

alle irdiſche Sorge Euch fern ſein. Sagt mir