Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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hört, und ſagte leiſe:Wohl Euch, daß Ihr

Jahre ſammeln. So iſt es mir! Und darum, mein Fürſt, komme ich, Ew. Majeſtät Lebewohl zu ſa⸗ gen. Ich fühle mich ſo alt geworden, und ſo lebensſatt und überdrüſſig einer Welt, die mir

keine Freuden mehr zu bieten hat.

Jetzt ſchon! rief der Fürſt lebhaft.Ich fürchtete wohl, daß es ſo kommen würde, aber ſo nahe hatte ich die Kriſis nicht geglaubt. Armer junger Freund, Ihr müßt Bitteres und Schmerz⸗ volles erduldet haben, um jetzt ſchon einer Welt entfliehen zu wollen, die doch ſo viel des Locken⸗ den und Gewinnenden hat. So fühlt Ihr, ein Jüngling in der Fülle Eurer Kraft, Euch ſchon zu ſchwach zum Kampf?

Ich mag nicht kämpfen mit einer dämoniſchen Gewalt, der ich den Sieg nur abgewinnen kann, indem ich ihr die beſten Regungen meiner Seele opfere, und für ſie mein edelſtes Herzblut ver⸗ ſpritze, ſagte Antonio glühend.Ich mag nicht leben in einer Welt, die ich nur beherrſchen kann, indem ich ihr Sclave bin, und über die ich nur triumphiren kann, indem ich ihren elenden Satzungen und kleinlichen Regeln mich unterordne! Das erſte Geſetz der Natur iſt Freiheit des Willens, Frei⸗ heit des Gedankens, und weil ich dieſe mir be⸗ wahren will, muß ich eine Welt fliehen, in der

ich beides nicht finde.

Der Vicekönig hatte ihm gedankenvoll zuge⸗