Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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unnd in Minuten kann man die Erfahrungen langer

XXI. Der Abſchied.

Es war am Abend dieſes Tages, als Antonio beim Vicekönig um eine Audienz nachſuchen ließ. Sie ward ihm bewilligt, und mit einem gütigen Begrüßungswort trat der Monarch dem Eintreten⸗ den entgegen. Als er aber in Antonio's blaſſes, vom Kerzenlichte hell beſtrahltes Angeſicht ſah, ſtutzte er und ſagte faſt ängſtlich:Was iſt Euch geſchehen, Graf? Eure Züge zeigen eine wunder⸗ bare Veränderung. Wo ſind die Roſen Eurer Wangen, wo iſt das jugendvolle Lächeln Eures Mundes, und Euer unſchuldiger, vertrauensvoller Blick? Armer Antonio, Ihr müßt viel erfahren haben ſeit dem geſtrigen Tage, an dem ich Euch zuletzt ſah. Geſtern waret Ihr ein Jüngling, und heute finde ich das Antlitz eines Mannes! 8

Antonio ſagte mit ſchmerzlichem Lächeln:Es drängen ſich oft Ewigkeiten in Stunden zuſammen,