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Tonina faßte ſeine Hand und drückte ſie an ihre Lippen, an ihren wogenden Buſen, und rief: „O Signor, wer könnte Euch ſehen, und nicht wünſchen, Euch ewig lieben zu dürfen!“
„Ja, Signor Conte,“ ſagte Jacopo, ſeine rauhe Stimme in tiefer Rührung gedämpft,„glaubt es nur, was meine Tochter ſagt, wir werden Euch ewig lieben. Ihr habt mein Kind aus den Hän⸗ den ihrer Henker befreit, habt ſie gerettet vom Tode, und ſo lange Athem in uns iſt, werden wir Euch lieben. Gedenkt, was ich Euch bei der heiligen Jungfrau geſchworen. Ein Ruf von Euch, und alle Lazzaroni ſind zu Eurem Dienſte bereit. Ihr ſeid unglücklich, denn Ihr weint und klagt, und doch habt Ihr uns nicht gerufen, Signor. Wer hat Ench ſo unglücklich gemacht, wer wagte es, Euch um Euer Glück zu betrügen? Nennt mir den Buben, und ich und meine Brüder wer⸗ den ihn ſtrafen, und eine furchtbare Rache ſoll ihn ereilen.“
Antonio ſchüttelte abwehrend ſein Haupt.„Keine Rache!“ ſagte er leiſe.„Sie bringt mir nicht wieder, was ich verloren, und heilt nicht meine
Wunden. Aber Dank, Dank Euch,“ fuhr er fort,
und richtete ſich von der Erde auf,„für Eure Theilnahme und Eure Liebe. Ihr habt mir wohl⸗ gethan, und nie werde ich vergeſſen, daß, als ich verzweifeln wollte an der Menſchheit und Liebe,
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