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Es war Tonina mit ihrem Vater, die gekom⸗ men waren, die trocknen Orangen des Hains vom Boden aufzuſammeln, um ſie andern Tags zum Verkauf auszubieten.
Das Mädchen war bleich, ihr Auge leuchtete nicht mehr ſo hell und ſtrahlend, und um ihre lieblichen Lippen ſpielte ein wehmüthiger Zug.
Während Jacopo, ihr Vater, beſchäftigt war, die
Barke am Ufer zu befeſtigen, ging das Mäd⸗ chen geſenkten Hauptes, langſamen Schrittes dem Haine zu.
Lautes Weinen und Schluchzen erreichte ihr Ohr; ſie wandte den Kopf aufhorchend zur Seite, und ſtutzte, als ſie die ausgeſtreckte Geſtalt eines Mannes am Boden gewahrte. Dann übergoß eine dunkle Röthe ihre bleichen Wangen, und in zittern⸗ den Seufzern hob ſich ihr Buſen.
Tonina hatte das Gewand wieder erkannt, das ihr Retter aus Gefangenſchaft und Tod getragen, ihr Herz ſagte ihr, daß Er es ſei, Er, deſſen Bild in ihrer Seele wie eines Cherubs Angeſicht geleuchtet. Sie winkte ihrem Vater, und leiſe auf ihren Zehen ſchlichen ſie näher zu dem klagenden Jüngling.
Sie wagten es nicht ihn zu ſtören, durch ein Geräuſch ihre Nähe zu verkünden. Mit Blicken voll tiefen Mitgefühls, mit gefaltenen Händen ſtanden ſie da; das leiſe Stöhnen und Aechzen, das aus Antonio's Bruſt hervordrang, rief Thrä⸗


