Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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breitete er ſeine Arme über die Erde, als wolle

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Als der Jüngling mit ſeinem zerquälten Her⸗ zen, mit der Todespein in ſeiner Seele lange, lange geſchaut auf dieſes ſtrahlende Bild des Friedens, als er tief in ſich geſogen die Schönheit und Pracht der Natur, da fühlte er es in ſich ruhig werden und ſtill, und mit leiſe bebenden Tönen flüſterte er:O Du, Du große Herrliche! In der Fülle Deiner Liebe haſt Du mich zu Dir gerufen, um meine Qualen zu lindern und meine Schmerzen zu kühlen. Alles hat mich verlaſſen, Du aber biſt mir treu geblieben mit Deiner unendlichen Liebe, und jetzt, wo ich im Wahnſinn des Schmerzes ruhelos umherirrte, haſt Du mich aufgenommen in Deinen Frieden und mir ein ſtärkendes Bild Deiner göttergleichen Schönheit enthüllt! O Du Natur, meine Tröſterin, meine Freundin, meine Mutter, nimm mich an Dein Herz, mich Dein armes, trauriges Kind! Mit beſtaubten Füßen und wundem Herzen komme ich zu Dir. Unter der ſengenden Glut der Leidenſchaft bin ich umher⸗ geirrt heimathlos. Laß mich ruhen unter dem Schatten Deines verſöhnenden Friedens, und fächle Troſt in mein Herz mit dem ſtärkenden Hauch Deines Mundes! Nein, ich bin nicht mehr ein⸗ ſam und verlaſſen! Ich habe Dich wieder, Dich,

meine Mutter, Du nimmſt mich wieder auf an

Deine Mutterbruſt! In krampfhaftem, leidenſchaftlichem Ungeſtüm