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ihre Allgewalt zu zerſchellen in leichtem duftigen Schaume. Rechts zur Seite des Meerbuſens er⸗ hebt ſich der Monte Pellegrino mit ſeinen Orangen⸗ wäldern und marmornen Villen, und links ſteigt der Capo Saffarano mit ſtolzem grünen Wipfel zu den Wolken empor. Und zwiſchen ihnen beiden liegt in maleriſcher Gruppirung das ſchöne Palermo mit ſeinen Paläſten und Kuppeln, von Sonnen⸗ ſtrahlen übergoſſen, in ſanftem bläulichen Nebel.
Majeſtätiſch erhebt ſich in der Ferne der Aetna, eine ſtolze Rauchſäule gen Himmel wirbelnd, und mit ſeinen aufſteigenden flammenden Gluten die nächſte Gegend mit einer glühenden purpurnen Röthe verklärend. Ueber das herrliche glänzende Bild wölbt ſich in azurner Bläue der ſtrahlende Himmel und koſet und lächelt mit dem Meere, das, zu ihm aufſchauend, von ihm ſeine Farbe empfängt und ſeinen Glanz. 3
Die Allgewalt der Natur hat ſich in dieſem Bilde geeinet mit der Milde und Lieblichkeit, und ſegnend breitet über dieſe Gemeinſchaft die Sonne ihre wärmenden, glühenden Strahlen. Und wie der Wind leiſe lispelte im Haine, war er das Wiegenlied, Antonio's glühende Schmerzen in Schlummer zu wiegen, und wie die Wogen brau⸗ ſend an das Ufer plätſcherten, waren ſie wie eine heilige Verkündigung der Allmacht und Größe der Natur, die in ihrer lächelnden Schönheit Antonio zu erquicken kam.
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