Antonio erröthete vor Unwillen, als er er⸗ wiederte:„Wer zu einem edlen Zwecke nimmt, iſt kein Dieb.“
„O Unſchuld,“ rief der Andere, und lachte laut. Dann, wieder ernſt werdend, fuhr er fort: „Wie kommt Ihr aber zu Euren Kenntniſſen? Bei wem lebt Ihr? Wer unterrichtet Euch?“
Als Antonio dieſe Frage beantwortet hatte, ſagte der Fremde gebieteriſch:„Geht, und ruft mir den Abt hieher! Ich will ihn ſprechen.“
„Wer Seine Hochwürden ſprechen will,“ er⸗ wiederte Antonio ſtolz,„der geht in's Kloſter hinauf, und bittet demüthig um Gehör!“
„Leider fehlt es mir an Zeit dazu,“ ſagte der Andere gütig,„bittet daher Seine Hochwürden, daß er zu mir herunterſteige. Einer von den Signori da kann Euch begleiten.“
Es lag etwas ſo Gebieteriſches in des Mannes, Weiſe, daß Antonio nicht zu widerſprechen wagte, und ſich bereit erklärte zu gehen, wenn der Fremde ſo lange auf ſeine Kühe achten und Sorge tragen wolle, daß ſie nicht etwa die Wieſe verließen und in's Gebüſch hinein ſich verliefen.
Der Fremde brach in ein lautes Gelächter aus. „Wie“, rief er,„Ihr wollt mich zu einem Kuhhirten machen? Nun gut, ich laſſe es mir gefallen!“
Dann winkte er den Cavalieren, die eiligſt her⸗ beigerannt kamen, und flüſterte lange mit ihnen.— Sie verneigten ſich Aſaßhiswoll und wandten


