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Freundin? Hatte er nicht ihrem hohlen Stamme einige Bücher, einige Landkarten anvertraut, hatte er nicht außen an der Rinde ein Zuckerrohr be⸗ feſtigt, das ihm als Tubus diente, um Abends die Sterne zu beobachten? Mußte er dieſe Eiche nicht lieben, die für ihn ſo unermeßliche Schätze umſchloß?
So ſaß er eines Tages in ſeiner Waldeinſam⸗ keit, die Landkarten um ſich her ausgebreitet, um auf denſelben den Kriegeszug Cäſar's zu verfolgen nach den aufgeſchlagenen Commentarien, die er in der Hand hielt. Das Geräuſch ſich nähernder Stim⸗ men ſtörte ihn nicht, er war ſo ganz verſunken in ſeine Studien, daß er es überhört hatte und gar nicht bemerkte, wie ein hoher ſtolzer Mann, das⸗Gewand mit Orden verziert, von mehreren Cavalieren begleitet, über die Wieſe daherge⸗ ſchritten kam.
„Es war ein guter Einfall, Marcheſe,“ ſagte der hohe Fremde zu einem ſeiner Begleiter,„daß Sie uns vorſchlugen, dies Gehölz zu Fuße zu durchwandern. Ein ſolcher Spaziergang durch Waldesgrün ſtärkt mich für den Sonnenbrand ei⸗ nes ganzen Tages. Auch iſt es wunderlieblich und ſchön hier,“ fuhr er fort, mit freudigen Mienen um ſich her ſchauend,„und nach ſo vielen Fern⸗ ſichten und Ausſichten erquickt dieſe Begrenzung mein Auge unendlich. Aber ſeht,“ fuhr er leiſer fort,„ſeht jenes ſeltſame Bild. Wahrlich, bewegte


