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hinter ſeinen Kühen hergehend, ſeinen Strauß heim, um ihn unter den Steinen zu preſſen, die er ſich ſorgfältig dazu geglättet.
Dann kam der Winter, und diesmal war er ihm nicht öde und leer, wie die verfloſſenen, er war reich an Freuden und Entzückungen.
Wenn er pflichtgetreu die ihm obliegenden Ge⸗ ſchäfte beſorgt, dann eilte er hinunter in ſeine dunkle, kleine Kammer und breitete ſeine Blumen um ſich aus. Dann gewannen ſie wieder Leben und Duſt vor ſeinen innern Augen, er ſah ſie flattern im Winde, ſah ſie allmählig ihre Blätter entfalten und ihren Kelch ſich erſchließen, ſah dann die Blüthe ſchwinden und den Samen ſich anſetzen. Mit ſcharfem Auge prüfte er die verſchiedenen Ge⸗ ſtaltungen und Formen der Blüthen und Blätter, folgte den Zeichnungen und Schattirungen der ein⸗ zelnen Blüthenblätter und malte ſich dieſe Figuren mit dem Finger in den Sand, um ihn dann wie⸗ der glatt zu ſtreichen und neue Figuren zu kritzeln. Und wenn dieſe Freude erſchöpft war, da gab es wiederum einen andern Genuß, denn nun theilte er die Blumen in zwei Klaſſen ein; die eine nannte er die nützlichen, denn er hatte beobachtet, daß die Thiere des Waldes ſie mit heißem Verlangen verzehrten, die andere— er ſtockte und fragte ſich, darf ich denn die andern die nutzloſen nen⸗ nen? Iſt es denn möglich, daß in der Schöpfung etwas unnützer Weiſe ſein kann?— Er legte ſie


