Der rauhe Mann ſagte lachend:„Ein ſchöner Schlaf das, aus dem ſie wohl erſt im Fegefeuer erwachen wird, wenn das Feuer allzu heftig brennt! Siehſt Du denn nicht, dummer Junge, daß ſie todt iſt?“
„Todt?“ kreiſchte Antonio, und warf ſich ſchluchzend über die Leiche hin.
Der Todtengräber riß ihn zurück und ſagte kalt:„Laß das Quiken und Heulen, und halte uns nicht noch länger auf in unſerem Geſchäfte, für das wir, Gott ſei's geklagt, keinen Bajocchi bekommen, und das wir aus reiner chriſtlicher Liebe, weil's die Obrigkeit ſo befiehlt, thun müſſen! Ein Glück iſt's bei alledem noch immer,“ fuhr er fort, während auf einen ſtummen Wink von ihm ſein Knecht ihm behülflich war, die Leiche in den Kaſten zu packen,„ein Glück für uns, daß un⸗ ſere Gemeinde nicht verpflichtet iſt, auch für den Burſchen da zu ſorgen und ihn zu erhalten. Was geht es uns an, daß ſeine Mutter hier ſtarb? Was hatte ſie nöthig, hier vor einigen Jahren bettelarm anzukommen, um den Giacomo aufzu⸗ ſuchen, der ihr davongegangen war? Was hatte ſie nöthig, hier in Resciuta zu bleiben, weil ſie hier hörte, daß der Giacomo geſtorben, und hier ihre letzte Habe zu verzehren, und dann erſt zu ſterben? Sie war eine Fremde, und wir können, gelobt ſei Jeſus Chriſtus, nicht gezwungen werden, für den Buben zu ſorgen!“
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