Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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So ſprechend ſchlug er den Deckel. des Sarges zu, in den die Todte ſo unſanft gebettet worden, und das Geräuſch weckte den Knaben aus dem dumpfen Schmerz, in dem er, die Hände vor das Geſicht gepreßt, dageſeſſen.

Ach, meine Mutter, meine theure Mutter, ſchluchzte er laut,ſie wollen Dich forttragen, ich ſoll Dich nicht mehr ſehen! Ach läge ich doch uhen Dir, ſo kalt und ſtill, wie Du! Wer wird

nun lieben und für mich ſorgen?

Der Todtengräber und ſein Knecht achteten nicht der Klagen des armen Antonio. Sie hoben den Kaſten mit der Leiche auf, und trugen ihn hinaus..

Antonio folgte ihnen ſchluchzend nach. So be⸗ wegte ſich der ärmliche Leichenzug durch die Reihe der Hütten hin, von Niemand gefolgt, von Nie⸗ mand beklagt, als von dem Kinde, das zitternd vor tiefem Leid hinter den raſch dahinſchreitenden Männern einherlief.

In dem entfernteſten Winkel des Kirchhofs ward für die Arme, die keinen Platz hatte zur Stätte für ihre Leiche bezahlen können, ſchnell eine Grube gegraben. Antonio ſtand ſtumm in innerer Qual da, unendliche Schmerzen zogen durch ſeine Kinder⸗ ſeele, und gaben ihm die erſte Erfahrung und Bildung für die Welt. Er ſah die Leiche ſeiner Mutter hinabſenken in die Gruft, er hörte die Erdſchollen mit dumpfem Gepolter hinunterrollen

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