gewahrte, rief er freudig:„O Mutter, wachſt Du nun auf, öffneſt Du Deine Augen wieder?“—
Aber die Augen öffneten ſich nicht wieder, wie oft Antonio auch rufen mochte:„Mutter, Du ſchläfſt ja nicht, ſo ſprich doch zu mir!“
Ach, er kannte den Tod noch nicht; er wußte noch nicht, daß dieſe Augen nur geöffnet waren, weil ſie nicht die Kraft beſaßen, ſich zu ſchließen, und weil ſie erloſchen waren für immerdar; er kannte noch nichts vom Leben und darum kannte er auch den Tod noch nicht, und er fürchtete kein Unglück, weil er nicht wußte, daß man auch glück⸗ lich ſein kann.—
Aber das Schweigen ſeiner Mutter brachte in dieſes kleine zitternde Herz das erſte Weh und die erſte unbewußte Ahnung eines großen Unglücks, das über ihn hereingebrochen, und das er nun mit ſtrömenden Thränen beweinte, ohne doch zu wiſſen, warum er wein
So verging St liche Feuer im K auch die Thränen ſich ganz matt und eeweint, die Schwäche der Natur überwand ſeine Traurigkeit, und das Haupt auf die Füße ſeiner Mutter gelehnt, ſchlief er ein.
Indeß war der Tag angebrochen, und im Dorfe begann es lebendig zu werden. Halbnackte und vor Froſt zitternde Kinder liefen auf den Straßen
nde; das ſpär⸗ erloſchen, und Augen. Er hatte


