Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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ben hier, mein Freund. Laß unſer Gepäck hierher bringen, ich will hier wohnen.

Branden war daran gewöhnt, Befehle zu er⸗ füllen. Er wagte keinen Widerſpruch.

Nahe bei Preſſi am Ufer des Genferſees, wo der Boiron raſchfluthend aus den Hügeln des Jorat kommt, ſteht ein kleines Landhaus an einer Teraſſe gebaut, deren Rebenpflanzung ſich von Abſatz zu Abſatz bis nahe an das Seeufer hinzieht. Es war eine jener anmuthigen Villen, die durch den ganzen Kanton Waadt groß und klein zu finden ſind, hauptſächlich aber den Halbkreis des ſchönſten aller Schweizerſeen einfaſſen. Von grauem Marmor aufgeführt, mit einer Vorhalle, die von zwei Säulen getragen wurde, in einem Kleide von Weinranken und Immergrün, lag das Häuschen im Schatten einiger Maronen⸗ bäume, deren breite Aeſte ſich über das abgeflachte Dach legten. Der See blickte glänzend zu ihm hinauf; von jeder Stelle des Hauſes, von dem Gärtchen und der Terraſſe konnte man ihn überſchauen, bis zu ſeinem öſtlichen Winkel, wo hinter den reizenden Hü⸗ geln von Montreux und Bex, über den dunklen Spalt des Thals von Ormond, ſich die hohen und wilden Diablerets aufthürmen, und die Schneeſpitzen des Dent de Moreles durch ſonnenhelle Lüfte ſchim⸗