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Fort! Er iſt fort! rief Lina mit erſtickter Stimme, und hat nichts hier gelaſſen?
Doch, erwiderte die alte Frau, er hat ein Brief⸗ chen hier gelaſſen für eine fremde Dame und das ſind Sie ohne Zweifel, Madame.
Sie öffnete die Thür des Landhauſes. Auf dem Tiſche lag ein Brief. Lina griff mit raſcher Hand danach. Die Aufſchrift lautete an ſie, ſie riß ihn auf und las:
Noch iſt es nicht Zeit, Lina, Ihr Verſprechen zu erfüllen. Ich habe ein wichtiges Geſchäft zu vollen⸗ den; aber ich würde es nicht vermögen, wenn Sie bei mir wären.“.
Was hat er für ein Geſchäft und was haſt Du ihm verſprochen? fragte Branden aufmerkſam. Eine plötzliche Erinnerung ſchien ihn mißtrauiſch zu machen.
„Bleiben Sie einen Monat in Marſeille, bewoh⸗ nen Sie oder beſuchen Sie mein Aſyl am Meere. Es iſt das ſchönſte kleine Stück Erde unter Gottes freiem Himmel, geweiht für Sie. Ruhen Sie dort aus, denken Sie meiner und wenn Sie dann noch einmal mich wieder ſehen wollen, ſo reiſen Sie nach Genf, auf der Poſt werden Sie hören, wo ich zu finden bin. Sie werden erkennen, daß ich reiſen mußte.“
O! ich erkenne es, rief Lina ſeufzend. Wir blei⸗
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