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ben und wo wir geweſen ſind. Lina und ich, wir ſind zum Reiſen geboren. Wir haben nirgends Ruhe, wir ſind die echten Touriſten, und dabei lernt man mit Hotels und Gaſtwirthen umgehen. Er lachte ſelbſtgefällig und rief den Gehenden nach: Alſo dort am Felſen?
Ich werde Euch ſchon finden, es iſt mir voll⸗ kommen genug, den Felſen zu wiſſen.
Lina nickte ihm zu, dann nahm ſie Lornſens Arm. Er führte ſie die Promenade hinab an der Bai hin und beide ſchienen bemüht zu ſein, die Schleier der Vergangenheit nicht zu berühren. Die wundervollen Umgebungen und der Weg, welcher durch ein Wieſengelände hinlief, das von Blumen und Wohlgerüchen duftend ſich den Felſen und Gär⸗ ten anſchmiegte; endlich die Reiſe des Dampfers und was damit zuſammenhing, gaben Stoff genug zur Ausfüllung der Zeit. Das rothe Sonnenlicht glühte an den Höhen, roſiges Leuchten kleiner Wol⸗ ken ſpiegelte das Meer zurück; aber dann und wann hefteten ſich ihre Blicke gegenſeitig fragend und erin⸗ nerungsvoll in unbemerkten Minuten auf Geſtalt und Züge des Anderen und kehrten ſcheu und ſchmerz⸗ lich davon zurück.
Iſt das die blühende lebensfrohe Geliebte? fragte


