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Lornſen dumpf in ſich hinein. Iſt dies Geſicht mit ſeinen ſcharfen Linien, mit ſeinen tiefen, unruhig leuchtenden, von dunklen Ringen umzogenen Augen, Lina's ſchönes, von Geiſt und Muth ſtrahlendes Ge⸗ ſicht? Deuten dieſe ſchmalen, blutloſen und zucken⸗ den Lippen auf Glück und Frieden?
Es war eine Stille eingetreten, als Beide zwiſchen den Felſen hervortraten, und vor ihnen die kleine Baſtide lag, welche mit ihrem Vorgarten und einem Altan hart an's Meer ſich lehnte.
Das weißglänzende Häuschen ſah zwiſchen Blu⸗ menſtücken und Granatbäumen hervor. Weinlaub rankte an ſeinen Fenſtern auf, hohe Pinien beugten ſich darüber hin in den Abendhimmel, der ihre Kro⸗ nen wunderbar beleuchtete.
Einige Augenblicke blieb Lina an der offenen Thür ſtehen und blickte in das Innere des Wohn⸗ gemachs. Ein Tiſch mit einigen Büchern ſtand voran, Schreibmaterial und Hefte lagen darauf; ein Seſſel von Strohgeflecht lehnte daneben, im Hinter⸗ grunde war ein Bett und einiges Hausgeräth ſichtbar.
Du wohnſt beengt in ſchöner, friedensvoller Stille, ſagte ſie. Sie nannte ihn zuerſt wieder mit dem vertrauten Du, das ſtockend und leiſe über ihre Lippen kam.


