keit der Zukunft vor. Wenige dachten ernſtlich daran; der Streit um die Erbfolge war weit mehr Sache der Gelehrten und der Zeitungsſchreiber, wie Sache des Volks. Die Kronprinzeſſin erfreute ſich daher zeiner bewundernden Liebe des Volkes, die weit ſpäter erſt in einen unwürdigen Haß umſchlug, weil ſie Verwandte und Abſtammung nicht verläugnen wollte.
Der Kronprinz empfing Lornſen in ſeinem Hauſe mit lächelnder Huld. Der ſchöne, ſtattliche Prinz, ohne allen Stolz ſeines hohen Ranges, führte ihn ſelbſt ſeiner Gemahlin zu, welche mit wenigen Damen und Herren ihres Hofes den kleinen Kreis bildete, in welchen ſich Lornſen verſetzt ſah. Die lebhaften und ungezwungenen Fragen, welche an ihn gerichtet wurden, die zuvorkommende Güte, welche ihn auf⸗ nahm und bemüht war, alle Steifheit der Formen möglichſt abzuglätten, verbunden mit einer gewiſſen bürgerlichen Zutraulichkeit ließen Lornſen vergeſſen, daß er an einem Hofe ſei, wo Geburt und Tite bis dahin Alles galten und wo der König in Folge des Königsgeſetzes, der unumſchränkteſte Herr ſeiner Unterthanen war.
Die Unterhaltung wurde in deutſcher Sprache ge⸗ führt; Lornſen mußte erzählen und über Halligen, Marſchen und Inſeln der Frieſen ausführlich berich⸗
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