Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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ſich um ihn. Er war damals nahe an vierzig Jahre alt und hatte die wilden Tage ſeiner Jugend hinter ſich. Seine Liebe zu ſchönen Frauen und lärmenden Gelagen hatte, ſeit er mit der Schweſter des Her⸗ zogs von Auguſtenburg in zweiter Ehe vermählt war, der Liebe zu einer ſchönen Häuslichkeit Raum ge⸗ geben. Er liebte und unterſtützte die Künſte und die Künſtler, er ehrte die Wiſſenſchaft und ihre Jünger, er verſammelte die hervorragendſten Gelehrten und Talente gern um ſich, zog in ſeine Nähe wer ihm gefiel und eroberte die Herzen der Männer, wie er früher die der Weiber erobert hatte. Es war wahr, was der Staatsrath von ihm ſagte, die Liebens⸗ würdigkeit ſeiner Erſcheinung und ſeines Weſens war hinreißend und noch hatte ſein abenteuerliches Auftreten in Norwegen, trotz des ſchmählichen Endes, ſo viel Gewicht, daß die Jugend von ihm eine ähn⸗ liche freie Verfaſſung für Dänemark erwartete, ſobald er zur Regierung kommen würde.

Die Kronprinzeſſin Karoline galt in Folge ihrer frommen Sanftmuth und ihrer häuslichen Tugenden als Muſterbild der Frauen. Damals war der Haß gegen die Auguſtenburger Prätendenten noch in ſeinen

Keimen. Das Erlöſchen des Königsſtammes der

nännlichen älteren Linie ſchwebte nur als Möglich⸗