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Seit dem Brande der Chriſtiansburg wohnte der Hof in dem ariſtokratiſchen, öden Theile der Fried⸗ richsſtadt, in geſchmackloſen alten Paläſten aus der Zeit Friedrich des Fünften, immer aber doch etwas beſſer, als in dem düſteru weitläuftigen Schloſſe, an deſſen Steinen der größte Theil der däniſchen Königs⸗ geſchichte klebt.
Der Kronprinz Chriſtian Friedrich, Sohn jenes Erbprinzen Friedrich, den ſeine ränkevolle Mutter, die berüchtigte Königin Juliane, gern auf denſelben Thron geſetzt hätte, den jetzt Friedrich der Sechste, der Sohn ihres rachgierig verfolgten Opfers, der unglücklichen Königin Mathilde, einnahm, bewohnte ein ziemlich beſcheidenes Haus. Aber der Kronprinz bildete die fröhliche Seite des däniſchen Hoflebens, denn was jung und hoffnungsvoll war, ſammelte
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