Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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ſetzen alſo und welche Täuſchung, als der grobe, ge⸗ meine Menſch aus Silt ſich neben Lina pflanzte und keine Abweiſung erfuhr. Es war jedoch mit Lorn⸗ ſen jedenfalls eine merkwürdige Veränderung vorge⸗ gangen. Sonſt ſchweigſam und zurückgezogen, war er heut lebhaft und theilnehmend, höflich und galant. Sein Selbſtgefühl war von irgend einer mächtigen Gewalt erweckt worden, er ſchien über Nacht ein vollendeter Mann der Salons geworden zu ſein. Seine Bemerkungen waren treffend und gewandt, ſein Einfallen in die Unterhaltungen hatte immer etwas Beſtimmendes und erregte die Aufmerkſamkeit. Was er erzählte, war weder leer noch gewöhnlich und die blühende anregende Sprache, der markige Ton ſeiner Stimme paßte zu dem ſtolzen Kopf und ſeiner breiten Stirn. Auch Lina bemerkte dieſe Ver⸗ änderung ſeines Weſens, aber ſie wußte ſie zu deuten. Dann und wann ruhte ihr Blick eine Minute lang auf ihm und ihre Augen glänzten wie an jenem Morgen unter dem Hexenbaum. Sie ſah Alles, was ſich an dem Tiſche regte: die Theilnahme an dem geiſtvollen, ſchönen Mann, das leiſe lächelnde Kopfnicken ihres Vaters, der Lornſen beobachtete, die Mißgunſt, den Hochmuth Anderer, die Ungeduld und den Aerger des Kammerherrn, der gar nicht zu