Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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bewundert, ihr koſtbarer Anzug war ganz dazu gemacht, Neugier und Neid aufzuſtacheln; dabei war ſie ſo munter, ſo liebenswürdig zu Allen, ſogar zu dem Hoſpital⸗Doctor, der in ehrerbietiger Entfernung ſtand, und den ſie zuweilen aufſuchte, um mit ihm zu ſprechen.

Mit jeder Stunde wurde die Geſellſchaft erwartungs⸗ voller, denn Herr von Lorberg kam noch immer nicht. Der Thee ging zu Ende, die Geſpräche verſtummten, Blicke und

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Geflüſter erfolgten. Die Frau Commercienräthin, welche wie ein Admiralſchiff unter dieſer Goldflotte umherſegelte, deſſen Signale von allen Seiten erwartet werden, wurde genau beobachtet. Man merkte ihr jedoch nichts an, als einige Haſt in den Anordnungen, als es zu Tiſche gehen ſollte, und als nun die Flügelthüren des Speiſeſaales geöffnet wurden, ſtand ſie in der Mitte des Kreiſes, warf ihre Augen nach allen Seiten umher und winkte plötzlich dem blaſſen Doctor und Suſetten, und als der Doctor gehorſam und demüthig kam, gab ſie ihm ihren Arm und ſeinen anderen Arm bot er Suſetten; ſo ſchritt er in den Saal mit den beiden Damen und nahm den Platz zwiſchen ihnen ein. Die Geſellſchaft folgte voller Erſtaunen, denn was ſollte das bedeuten! Wenn auch Reichenbach fehlte, der die Frau Commercienräthin ſo oft zu Tiſche geführt hatte, und wenn der Baron unbegreiflicher Weiſe fehlte, ſo gab es doch hier ganz andere Männer, welche Beide erſetzen

konnten, als dieſer magere Armendoctor. Die Frau