Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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216 und Gott ſei mit Ihnen, Fräulein Chriſtine. Ich ſage Fräulein Chriſtine und nichts mehr, aber es kommt aus meinem Herzen, wenn ich Ihnen Heil und Segen wünſche.

Es war ein kurzer inniger Abſchied, mit welchem Lorberg und Chriſtine ſich von ihren Freunden trennten. Die beiden jungen Mädchen hielten ſich lange umarmt und mit ihren Schmerzen miſchte ſich die freudige Gewißheit der Erfüllung ihrer höchſten Lebenswünſche, mit ihren zärtlichen Abſchiedsworten ihre Hoffnungen auf ein frohes Wiederſehen. Endlich war es vollbracht, ſie waren fort und kaum hatte ihr Wagen die Thür verlaſſen, als andere vort hielten, welche die erſten Gäſte brachten.

Die Frau Commercienräthin hatte ſich ganz erholt und Niemand ſah ihr an, welchen Kummer ſie beſtanden, welche große Veränderungen in ihr vorgegangen waren. Suſette hatte die Kanten und Friſuren des Damaſtkleides, Schmuck, Blumen und Brillanten in Ordnung gebracht, nicht die kleinſte Spur von Verwirrung war übrig geblieben und Doctor Hellmuth ſtand beſcheiden am Fenſter. Seinen Hut unter dem Arm preßte er vorſichtig die gelben Handſchuh über ſeine Finger, während Suſette an ihm vorüber eilte, mit einem heimlichen triumphirenden Blicke ihn anſchauend, um die eintretenden reich geſchmückten Damen zu empfangen.

Die Sorgen der Frau Commercienräthin waren zu groß geweſen, wenn ſie annahm, daß nur wenige und ver⸗ ſtimmte Gäſte ſich einſtellen würden. Ihre Räume füllten