213 Schmerz und Angſt verwandelte.„Fluch auf Deinen Lippen! Elend und Tod an Deinem Herzen!“ ſchrie ſie auf.„Das hat ſie geſagt und es war mir ſo, als müſſe es wahr werden. Suſette, mein Kind, ich habe es doch gut meint, vor Gottes Thron will ich es verantworten; aber der Herr hat es nicht gewollt und ich ſtehe demüthig hier — es iſt wahr, Suſette, es iſt wahr: Vergebung haben wir Alle nöthig, darum wollen wir uns vergeben.“
„Deine Liebe that es, Deine großmüthige Liebe!“ rief Suſette.
Die Frau Commercienräthin legte die Hand an ihre Stirn und ſchüttelte ihren mächtigen Kopf.„Nein,“ ſagte ſie,„meine Liebe hat es nicht gethan, aber Gott hat mich geprüft in ſchwerer Stunde. Seine Hand lag auf mir, ich habe ſie empfunden und will ſie nicht vergeſſen.— Aber ich will dankbar ſein für ſeine Strafe, ich will Dir geben den Mann, den Du liebſt, ich will ihn ehren, wie ich ihn ehren kann— doch geh' nicht von mir, Kind, ver⸗ laß nicht die alte Frau! Sage es mir, ob Du jetzt glück— lich biſt, ob kein Fluch auf Deinen Lippen iſt, kein Tod in Deinem Herzen!“
„Nimmer will ich Dich verlaſſen, nimmer!“ ſagte Suſette in Thränen ausbrechend.
Der Frau Commercienräthin verging die Stimme. Sie beugte ſich über Suſetten hin und verſteckte ihr Ge⸗
ſicht, es ſollte Niemand ſehen, daß ſie weinte. Erſt nach


