Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Er trat einen Schritt näher, aber dieſer genügte, um die angegriffene Frau aus ihrer Theilnahmloſigkeit aufzu⸗ wecken. Ihre Mienen verzerrten ſich mit ſolchem Ent ſetzen, als fühle ſie ſeine mörderiſche Hand ſchon wieder an ihrer Kehle. Sie klammerte ſich an den Doctor feſt und ſchrie erſtickt:Hülfe! Ludwig, er will mich ermorden! er hat mich ermordet!

Mit ihrem Geſchrei zugleich ließ ſich aber ein anderer Schrei im Nebenzimmer hören. Er klang hell und freudig und wurde von einem frohen langen Lachen begleitet. Es war Suſettens übermüthiges Lachen, es war ihre durch⸗ dringende Stimme, welche in die Ohren der Frau Com⸗ mercienräthin drang und ihren Lebensmuth aufrüttelte. Mein Kind! rief ſie, ihre Arme ausſtreckend.Suſette, mein Kind! wo biſt Du?

Hier, liebſte Tante, hier! antwortete Suſette.Hier bin ich, und hier iſt Chriſtine, hier iſt Lorberg! Hier ſind wir Alle!

Die Frau Commercienräthin blickte zu ihr auf. Suſette hielt die Freundin in ihren Armen, Richard von Lorberg ſtand hinter Beiden.

Hier iſt das Fräulein Chriſtine von Feldheim, Tante, ſagte Suſette.Chriſtine Hermine iſt ſie getauft worden, wie ſie es beweiſen kann. Hermann wurde ſie ſeither oft genannt; allein ſie hat es vorgezogen, von jetzt ab immer nur Chriſtine zu heißen.