Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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nun mein, denn ich habe Dich vergiftet! Dein Geld iſt mein! mein!

Die Frau Commercienräthin ſaß leblos in dem Stuhl; es war ein furchtbarer Anblick. Ihre großen grünlichen Augen ſtanden erſtarrt, ihr Mund war halb geöffnet, das gelbe, geſchminkte Geſicht hatte das Anſehen einer ſchreck lichen Todesmaske, in welcher ein großer Künſtler Angſt, Verzweiflung, das höchſte Entſetzen, alle Qualen der To⸗ desfurcht abgebildet hat. Gelähmt an allen Gliedern, regte ſich nichts an ihr. Der Tod rann durch ihr Mark, und mit erbarmungsloſem Hohn betrachtete ſie Seehauſen. In dem Augenblick aber, wo er ihr zuflüſterte, daß ſie ver⸗ giftet ſei, ſchien das Leben noch einmal in ihr zu erwachen. Sie ſtieß einen gellenden Schrei aus und verſuchte, ſich aufzurichten. Er ſtieß ſie zurück und blickte ſcheu nach der Thür, allein er beruhigte ſich, als er den Doctor Hellmuth ſah. Es war ihm lieb, daß ſein Genoſſe ſo unerwartet ihm zur Hülfe erſchien. Auch die vergiftete Commercien⸗ räthin erkannte ihn.Ludwig! ſtöhnte ſie, ihre Arme matt ausſtreckend:ich bin vergiftet. Hülfe!

Es wirkte nicht ſo raſch, wie Sie glaubten, Doctor, ſagte Seehauſen zu gleicher Zeit.

Sie haben ihr von dem Elixir gegeben, das Sie von mir erhielten? fragte Hellmuth. Bis auf den letzten Tropfen, erwiderte Seehauſen,