207 Kummer darüber. Machen Sie keine Umſtände, ſo...“ Die Tante trank in langen Zügen, er unterſtützte ſie, indem er das Glas feſt an ihren Mund hielt, daß ſie es völlig leeren mußte. Es wird Ihnen gut thun, ſehr gut thun.“
Ueber ſie gebeugt, ſah er ſie an, ein ſchreckliches Lachen entſtand um ſeine Lippen, und ſeine bedauerlichen Blicke in den kleinen zuſammengepreßten Augen verwandelten ſich plötzlich zu ſolchem Hohn, daß die Frau Commercienräthin ein Entſetzen wie niemals empfand.
„Gehen Sie fort!“ ſagte ſie,„ich muß mich aufrichten. Ich erſticke!“
„Das wird allerdings geſchehen,“ antwortete er, ohne ſich zu rühren.„Aber was ſchadet's!“
„Was wird geſchehen?“ fragte ſie, von Grauen erfüllt.
„Stillgeſeſſen!“ murmelte er ihr zu.„Du wirſt nicht wieder aufſtehen.“
„Was“— ſie packte ſeinen Arm und ſtierte in ſeine furchtbaren Augen. Ihre Sinne vergingen ihr davon.— „Was iſt mit mir?“
„Ein Schlagfluß,“ antwortete er, ſie angrinſend,„ein ſanfter, angenehmer Schlagfluß. Du wirſt kein Teſtament machen. Suſette wird nicht heirathen. Der Teufel wird Dich haben, ehe eine Minute um iſt. Biſt Du noch nicht todt, kannſt Du noch hören?“ flüſterte er ihr heiſer zu, „ſo höre. Wir werden Deine Erben ſein, ich— ich, der ſich von Dir mit Füßen treten ließ. Dafür iſt Dein Geld


