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ſind ja Brüder, worüber Reichenbach eine höchſt kunſtvolle Zeichnung beſitzt oder vielmehr beſeſſen hat.“
„Was ſoll das heißen? reden Sie— Reichenbach?“ fragte ſie, aus dem Lehnſtuhl ſich aufrichtend.
„Er iſt vor zwei Stunden ungefähr eingeſchlafen,“ flüſterte Seehauſen wehmüthig, indem er in ſeine weiße Binde faßte und langſam die Hand darin um ſeinen Hals bewegte.„Ein Schlagfluß, theuerſte Tante. Es thut nicht weh.“
„Gott erbarme ſich über uns!“ ſeufzte die Frau Com— mercienräthin, und ihre Hände zuſammen ſchlagend, ſank ſie in den Stuhl zurück.
„Es iſt traurig an dieſem frohen Verbindungstage,“ klagte Seehauſen,„ſehr traurig, höchſt ſchmerzlich; aber Faſſung, theuerſte Tante, Faſſung! Ein wenig Waſſer. Erholen Sie ſich.“— Er ging nach dem Tiſche, auf wel⸗ chem neben dem Lichte, das Suſette dorthin geſetzt, eine Waſſerflaſche ſtand. Die Frau Commercienräthin trank viel Waſſer zu allen Tageszeiten. Seehauſen kannte ihre Gewohnheiten. Er kam mit einem(halb gefüllten Glaſe zurück und drückte in der anderen Hand etwas zwiſchen ſeinen Fingern zuſammen.
„Erfriſchen Sie ſich, theuerſte Tante,“ ſagte er,„erholen Sie ſich. Trinken Sie einige Tropfen. Die Aufregung wird ſich verlieren. Dieſer unglückliche Reichenbach!— Es iſt erſchütternd, aber es wird verſchwiegen bleiben, wie Ihr


