„Warum ſoll ich mich darauf verlaſſen?“ fragte Herr von Feldheim unwillig. 2
Jakob Wolf hielt mit ſeiner Antwort zurück. Er wackelte nur mit dem ſchwarzen Harbuſch und fing an zu lachen.
„Sie denken noch immer viel zu gut von ihm,“ ſagte der alte Herr.
„Ich denke ſchlecht von ihm!“ rief der Agent,„benn warum ſollte ich gut von ihm denken? aber in dieſem Falle bin ich überzeugt, es geſchah gegen ſeinen Willen.“
„Sie müſſen alſo Gründe dafür haben.“
„Gründe?“ verſetzte Jakob Wolf mit ſeiner unbeſieg— baren Offenheit,„es reicht ein einziger Grund hin. Weil ich weiß, er wäre lieber gegen ein glühendes Eiſen gelaufen, darum glaube ich es.“
Herr von Feldheim ſchwieg einen Augenblick, dann ſagte er:„So wollte ich, er wäre gegen ein ſolches Eiſen gelau⸗ fen; allein ich beſorge, es könnte noch öfter geſchehen, daß
meine kranken Füße an deſſen Stelle treten. Darum iſt es gut, wenn wir uns Beide davor hüten.“
„Vorſicht iſt zu allen Dingen gut,“ ſagte Jakob Wolf, der einen Scherz daraus machte.“
„Sie haben ihn lange nicht geſehen?“ fragte Herr von Feldheim, indem er ſeine müden Augen langſam aufmachte.
„Ich habe lange nicht die Ehre gehabt.“
„Auch nichts von ihm erfahren?“
„Er wird leben, wie er gelebt hat.“


