Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Daß bei ihm der Glanz nicht auf der Oberfläche liegt, ſondern aus der Tiefe kommt, antwortete ſie;nebenher auch iſt dieſer Edelſtein in Gold gefaßt, es iſt ſomit ſehr klug und verſtändig, ihn zu beſitzen.

Meinen Sie? antwortete Richard.So halten Sie Klugheit vielleicht für die erſte aller Lebensregeln?

Ganz ohne Zweifel, ſagte Fräulein Chriſtine. Wenn man verſtändige und wohl überlegte Plane gemacht hat, muß die Klugheit dabei mehr gelten, als alle Phan⸗ taſterei.

Phantaſterei nennen Sie das? lachte er.Eine vortreffliche Bezeichnung. Sie werden alſo immer nach den Regeln der Klugheit handeln?

Das werde ich allerdings, Herr von Lorberg.

Das iſt ſelten, verehrtes Fräulein. Frauen ſind ſonſt weit eher geneigt, ihren Gefühlen den Vorzug zu geben.

Es iſt der Vorzug geiſtiger Bildung, ſo habe ich mir ſagen laſſen, erwiderte ſie,daß die Gefühle ſich dem Ver⸗ ſtande unterordnen.

Dann, mein ſehr verſtändiges Fräulein, würden Sie Ihrem Herzen wohl niemals erlauben, ſeinen Empfindun⸗ gen zu folgen, wenn die Klugheit dagegen Einwendungen erhöbe?

Wir gerathen auf eigenthümliche Abhandlungen, lachte Fräulein Chriſtine,doch wenn ich Ihnen die Wahr⸗ heit geſtehen ſoll, muß ich zugeben, daß Sie Recht haben.