Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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nach, wie ein Verurtheilter in ſeiner letzten Nacht. Es graute ihm vor der Unterredung mit ſeiner getreuen Freundin, als ſei das Richtſchwert in ihrer Hand, und wenn er ſich die Scene ausmalte, welche ihn erwartete, fühlte er ſeine Stirne fieberhaft brennen und ein eiſiges Elend in ſeiner Bruſt.

Und doch war es unmöglich, dieſem Schickſale zu ent gehen. Wohin er auch blickte, was er ſich vorſtellte, nach welchem Rettungsmittel er umherſuchte, immer ſah er zuletzt das Raubvogelgeſicht mit dem klappernden Geldbeutel in der einen Hand, an der anderen Suſettchen, die in ſeine Arme hüpfte. Er hätte niemals geglaubt, daß der Ent⸗ ſchluß, eine ungeliebte Frau zu nehmen, ſo fürchterlich ſchwer werden könne, daß Liebe zu heucheln, eine ſo ſchreckliche Sache ſei. Oft hatte er ſich das Ende ſeiner Heiraths Speculation vorgeſtellt und darüber gewitzelt, jetzt fiel es ihm wie ein Feuerbrand auf eine offene Wunde. Er mur⸗ melte Verwünſchungen über ſich und über den Tag, wo er zu Seehauſen ging; doch im nächſten Augenblicke ſchon mußte er ſeinem Verſtande nachgiebig werden, denn dieſer zeigte ihm, daß er dicht am Abgrunde ſtehe und keine andere Brücke hinüberführe, als die goldene, welche Suſette ihm baute.

Nach einiger Zeit dachte er verſöhnlicher daran und legte ſich ſeine Zukunft zurecht, indem er mit allem mög⸗ lichen Troſt die widerwärtigen Gefühle unterdrückte, auch

Mügge, Verloren und gefunden. I. 17