Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

Richard von Lorberg hatte ein Billet an dieſem Nach⸗ mittage erhalten, das ihn lebhaft beunruhigte. Es war mit ſteiler, dicker Schrift geſchrieben, aber ſehr verſtändlich, wenn auch nicht beſonders orthographiſch richtig:Mein lieber Herr von Lorberg, ſtand darin,kommen Sie doch morgen Vormittag um eilf Uhr zu mir, ich habe mit Ihnen etwas Wichtiges abzumachen. Es weiß Keiner darum, aber Sie werden es wohl errathen, was ich meine, und darum bin ich Ihre getreue Freundin, die Commercienräthin Wittenberg.

Ein Anderer würde über dieſes Billet entzückt geweſen ſein, Richard von Lorberg war es jedoch nicht. Es war ſo deutlich, was die Frau Commercienräthin Wittenberg mit ihm abzumachen hatte, daß nicht der leiſeſte Zweifel zurück⸗ bleiben konnte, und eben deßwegen vermehrte ſich ſeine Unruhe. Als es Abend geworden, ſaß er noch in ſeinem dunkeln Zimmer und dachte über das, was kommen mußte,