4
trug einen großen Shawl von China-Crepe, ihr Geſicht ward von einem dichten Schleier bedeckt, der von dem ſchwarzen Kantenhut niederfiel. War dies ſomit wirklich ein zum Tragen langer Kleider und Blumenhüte berech⸗ tigtes Weſen? Dieſer Gedanke flog dem Agenten blitzartig durch den Kopf.
D
Inzwiſchen ſtand die Dame vor ihm, allein ſie ſchwieg nch immer.
„Darf ich fragen, gnädige Frau oder mein gnädiges Fräulein,“ begann er im möglichſt furchtloſen Tone,„was zu Ihren Dienſten ſteht?“
⸗Bi heißen Wolf?“ fragte ſie mit ſo tiefer Stimme,
daß er davor zurückſchauderte. „Jakob Wolf,“ antwortete er, den Kopf aufwerfend.
74
„Ich muß jedoch bitten....
‚Sie ſind Börſen⸗Agent?“ fiel ſie ein.
„Allerdings, Madame. Aber wollen Sie nicht....“
„Man nennt Sie gewöhlich den groben Wolf,“ fuhr die Dame fort.
„Es kann ſein!“ rief der Agent ärgerlich verwundert, „daß Bekannte ſich ſolchen Scherz erlauben. Wie ſo aber fragen Sie danach, Madame?“
„Ich habe Sie als einen redlichen Mann rühmen hören,“ erwiderte die Unbekannte,„und wende mich daher in einer Angelegenheit an Sie, die einen redlichen Mann nöthig hat.“


