weiter, bis ſich das Klopfen wiederholte. Mit einem grim⸗ migen Blicke wandte er den Kopf der Thür zu und blieb in dieſer Stellung, während er ſo viel Luft in ſeiner Bruſt zuſammenpumpte, um beim nächſten Male mit einem fürchterlichen Herein! zu antworten. Wer ein ſolches Atten⸗ tat an einem Geſchäftszimmer begeht, kann kein Beſuch ſein, der daſelbſt gern geſehen wird. Es war ein Bettler oder ein ähnliches unnützes Weſen der menſchlichen Ge⸗ ſellſchaft zu erwarten; als daher die Thür knarrte, begann Herr Jakob Wolf energiſch aufzuſchreien: Es wird— hier nicht nen wollte er hinzufügen, allein mitten darin brach er ab, denn ſtatt des Bettlers ſah er eine Dame ein⸗
treten, die im Dämmerlichte ſo elegant und reſdectabel(he
ſchien, daß der Agent ſeine Feder ſogleich fortlegte und mit einer Verbeugung an den Zahltiſch trat. Die Dame blieb jedoch einige Augenblicke ſtehen, ehe ſie ſich näherte; es war, als überlege ſie etwas; plötzlich aber drückte ſie die Thür kräftig ins Schloß und ſchob den Riegel vor, der ſich darunter befand.
Herr Jakob Wolf ſah erſtaunt dieſem ſeltſamlichen Ver⸗ fahren zu. Einige unangenehme Gedanken überkamen ihn. Er war allein und beſaß nicht eben Ueberfluß von ange⸗ borner Herzhaftigkeit. Es war die Zeit kühner Griffe, ſollte hier etwa ein ſolcher zunächſt an ſeinem Halſe, dann an ſeiner Kaſſe verſucht werden? Die ſonderbare Dame
überragte ihn an Länge. Sie war in Seide gekleidet und 1*


