Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 8

Geld in den großen Papierberg ſchleudern, kaufen und ver⸗ kaufen wollten, und Herr Jakob Wolf war der vertraute Rathgeber und Diener mancher reichen und angeſehenen Männer, die ſich ſeiner zu ihren Geldgeſchäften bedienten.

Die Fenſter waren mit Jalouſieen verſehen und dieſe zugezogen, um die Nachmittagsſonne abzuhalten, welche heiß darauf brannte, obwohl der September ſchon begon⸗ nen hatte. Das Halbdunkel im Zimmel ſchien faſt zu tief, um darin mit Feder und Tinte zu arbeiten; dennoch ſtand Herr Jakob Wolf an dem Doppelpult emſig ſchreibend, indem er aus einem Haufen Zettel und Papieren allerlei Notizen zuſammen ſuchte. Er war klein von Geſtalt, breit⸗ ſchultrig, robuſt, und ſein Geſicht mit ſtarken vollen Zügen hatte den unverkennbaren Ausdruck jener ſpeculativen Ent⸗ ſchloſſenheit, wie ihn Geld- und Börſenmänner nicht ſelten beſitzen. Seine Augen waren lebhaft und ſcharf, dick aus den Höhlen vortretend, die anſehnliche Naſe ſtreckte ſich gerade aus ins Weite, und auf ſeiner hohen Stirn ſtand ein ſchwarzer Haarbuſch zwiſchen tiefen Einſchnitten.

Seine Feder flog raſch über das Papier. Börſe flau, murmelte er, Mangel an Kaufordres, um ſo mehr Luſt zum Fortgeben. Stückzahl übermäßig groß, Geld knapp, Ausſicht auf erhöhten Disconto.

Hier wurde an der Eingangsthür geklopft, und der Agent zog eine Falte über der Naſe zuſammen, ohne ſich jedoch ſtören zu laſſen. Er ſchrieb weiter und murmelte