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Täuschung und Wahrheit : eine Geschichte aus dem Leben / von Th. Mügge
Entstehung
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Aber der Finanzrath, ſchrie Herr Frohlieb auf,der iſt ja der Nächſte!

Das Unglück hat keine Freunde. Die ihm zunächſt ſtehen, verrathen es zuerſt. Julie hat Niemand als Euch und mich.

Oh, das arme Kind! flüſterte die Mama, ihre Hände

faltend, indem ſie Julien mitleidig anblickte, die ſtill leidend

bei Wilhelm ſtand.

Liebe Eltern, begann dieſer ruhig,ich kenne Euch und weiß, daß ich Euch nicht vergebens bitte. Hier gilt kein langes Beſinnen. Es gilt, der Welt zu zeigen, daß es noch Menſchen giebt, die das Rechte thun und das Schlechte verachten. Du haſt Deine Grundſätze, Vater, die glücklich machen, ich habe auch dergleichen.

Grundſätze, allerdings! antwortete Herr Frohlieb, mit dem Kopfe nickend.

Und das ſind meine Grundſätze, Vater, fuhr der Sohn fort,von denen ich nicht ablaſſen werde, mag es Blut und Leben koſten, und ſollte ich darüber untergehen. Darin liegt meines Lebens Glück und Zukunft. Wollt Ihr Julien auf⸗ und annehmen? Ich werde ſie niemals verlaſſen!

Herr Frohlieb öffnete während deſſen ſeine Arme und ſeine Augen thaten ſich weit auf, er lachte ganz freudig und behaglich.Das verſteht ſich, Wilhelm, mein Junge!

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