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Täuschung und Wahrheit : eine Geschichte aus dem Leben / von Th. Mügge
Entstehung
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Welches Mittel? fragte Wilhelm.

Als wir ihn auf dem Stuhle fanden, hielt er in ſeiner rechten Hand feſtgeklemmt ein Fläſchchen, in welchem noch der Reſt des Medicaments war. Das ganze Cabinet duftete betäubend nach bitteren Mandeln. In der Linken hielt er den Schlüſſel der Caſſette, in welcher die Staats⸗ papiere liegen ſollten. Nichts war darin, nichts als Löſch⸗ blätter! Nahe an neunzigtauſend Thaler ſind fort. Ver⸗ praßt, für Bilder und Kunſtſachen, verſchwelgtin Kraftſuppen und pikanten Diners aus dem Allerfeinſten, wie mein Onkel ſie liebte; doch ſind auch die Armen dabei bedacht worden. Dieſer würdige Kriegsrath, dieſer edle Menſchenfreund hat auch ſeine Mitmenſchen nicht vergeſſen.

O, mein Gott! rief Wilhelm todtenbleich.Arme Iuliei

Die iſt allerdings zu bedauern, ſagte Leiſegang,

obwohl Alles geſchehen wird, um ſie zu ſchonen. Seit

vielen Jahren muß der alte Sünder nach und nach das

Vermögen verbraucht haben und allerdings iſt dies nur Muthmaßung mein Onkel hat bei ſeinem felſen⸗ feſten Vertrauen wahrſcheinlich niemals eine genaue Revi⸗ ſion der Werthuapiere angeſtellt. Hartfeld hat gemeint, eher dieſe Welt zu verlaſſen, als ſein leichtgläubiger Freund und Gönner, der alsdann ohne Umſtände den Verluſt hätte decken müſſen. Als das Schickſal ihm dieſen Spaß

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