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des menſchlichen Herzens ſieht. Vorige Woche kam er mit heran, wie er dies öfter thut, und wie wir von Wilhelm ſprachen, dem er immer ſehr gewogen war, ſaß er da in der Sophaecke, wo Sie ſitzen, ließ ſich Alles erzählen und dachte lange ernſthaft nach. Darauf ſagte er plötzlich: Haben Sie ein Auge auf Ihren Wilhelm, Vetter, krank iſt er nicht, doch bis über die Ohren verliebt.“
Hier brach Herr Frohlieb in ein ſchallendes Gelächter aus, denn die hübſche Wittwe ſchlug verwirrt die Augen nieder und beugte ſich zu der kleinen, dicken Frau, die ſie in Schutz nahm.
„So höre doch endlich auf, Daniel, mit Deinen gottloſen Späßen!“ rief ſie ihrem vergnügten Gatten zu.
„Meiner Seele, es iſt wahr!“ ſchrie er.„Verliebt bis über die Ohren! Und wie ich's dem Herrn Finanz⸗ rath mittheilte, meinte der, er hätte es auch ſchon gemerkt; es wäre die höchſte Zeit, daß er zur Vernunft gebracht würde.“
„Was hat denn der Herr Finanzrath ſich darum zu bekümmern?“ fragte Madame Petermann.„Das iſt doch jedes Menſchen eigene Sache, vernünftig zu ſein oder nicht, und wenn Wilhelm—“
„Da kommt Wilhelm!“ unterbrach ſie Herr Frohlieb,
indem er nach der Thür lief.


