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Blicke hefteten ſich heller und inniger auf ſie, ein verklärtes Schauen, ein leiſes ſüßes Lächeln füllte ſeine weichen, bittenden Züge. So lag er eine Mi⸗ nute lang, regungslos die ſchöne Erſcheinung betrach⸗ tend, dann öffneten ſich ſeine Lippen, und unaus⸗ ſprechlich ſehnſüchtig und liebevoll ſagte er aus tiefſter Bruſt:„Engel Gottes! kommſt Du endlich?“?
„Ich komme!“ erwiederte ſie, ſich tiefer neigend.
„Dank— Dank!“ flüſterte er mit brechender Stimme und beide Arme nach ihr ausſtreckend, ſank er in die Kiſſen nieder. Aus ſeinen Händen, die ſich öffneten, blieb etwas in ihrer Hand zurück. Eine verwelkte Blume, von der die letzten trockenen Blätter fielen. In dem Augenblicke riß eine Saite in dem Inſtrument, der ſchrillende Ton hallte klagend wie ein langes, langes Seufzen durch das ſtille Gemach— Andreas Herzberg hatte aufgehört zu leben!
„Er ſtirbt— o Gott!“ rief Hedwig ſchmerz⸗ erfüllt. Eduard ſchloß ſie an ſeine Bruſt, die alte Frau aber begann mit lauter feierlicher Stimme, auf ihre Kniee ſinkend und die gefalteten Hände erhe⸗ bend:„Mein Herr und Gott, ich danke Dir 1 Du haſt ihn fortgeführt in Dein heiliges, ewiges Reich. Nimm ihn gnädig auf. Erbarme Dich, Herr, erbarme Dich, Dein Wille geſchehe, Dein Name ſei gelobt!“


