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an ihm verſucht, wohl Mancher hat ihm wehe gethan,
er aber nahm es ſchweigend und verbarg es in ſei⸗ nem Herzen. Und ſein Herz war voll Güte und Liebe,“ fuhr ſie mit zitternder Stimme fort,„ſein Herz war ein Garten Gottes. Es kannte ihn Keiner wie ich, es wußte es Keiner wie ich. Stehe Du bei ihm, mein Heiland, und ziehe die Dornen aus ſeinen Wunden!“.
Mit einer haſtigen Bewegung machte ſich Hed⸗ wig von ihrem Gatten los. Der Mantel ſiel von ihrer Schulter, ſie ſtand in dem weißen leuchtenden Kleide wie eine himmliſche Erſcheinung an dem Lager, beugte ſich darüber hin und legte ihre Hand auf die Hände des Kranken.„Vergieb auch mir, o, ver⸗ gieb!“ flüſterte ſie, und während ſie dieſe Worte ſprach, zerriß am Abendhimmel der düſtere Wolken⸗ kranz, und mit glühem Gefunkel trat die Sonnen⸗ kugel roth und groß noch einmal hervor. Das ſtille Zimmer füllte ſich mit Glanz, das Sterbebett ſchim⸗ merte davon, der Purpur des Himmels bedeckte das todtenbleiche Antlitz, auf das eine heiße Thräne nie⸗ dertropfte.
„Mutter!“ flüſterte Andreas, und indem er die Augen aufſchlug, blickte er über ſich in Hedwig's Geſicht. Groß und ſtaunend ſah er ſie an. Seine


