Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Hand nach ſeinem heftig ſchlagenden Herzen aus⸗ ſtreckte, um es zu zerdrücken, füllte ſich dieſes Herz zum letzten Male mit den reizendſten Bildern irdiſcher Herrlichkeit und Sehnſucht. 3

Leiſe ſchluchzend lehnte ſich Hedwig auf ihres Gatten Schulter.Iſt denn keine Hilfe? flüſterte ſie.

Die Menſchen ſagen Nein? antwortete die alte Frau mit Feſtigkeit,ſie haben ihm ſein Leben abgeſprochen.

O, hoffen Sie, hoffen Sie! ſagte Trifels 3 erſchüttert.

Ich hoffe auf Ihn, der da weiß, was mir gut iſt, erwiederte ſie.Er weiß auch, ob es Zeit iſt, daß mein armes Kind von ſeinem Erdenjammer er⸗ löſ't werde. Sie ſagen, fuhr ſie fort, indem ſie ihre Hände faltete,daß ſeine Bruſt zerriſſen ſei, kein Wort dürfe über ſeine Lippen kommen und nichts ihn aufregen. O, wie lange ſchon iſt er ohne Frie⸗ den und ohne Ruhe umher gewandelt! Wenn ich Nachts aufwachte, fand ich ihn an ſeinem Tiſche da, und wenn ich an ſein Bett trat, um ihn zu ſegnen, ſaß er mit offenen Augen und ſah mich ſtarr an. Es war eine Qual in ihm, eine Angſt und eine Sehnſucht, ach! wer es niemals ſah, der weiß nicht, 5 was er gelitten. Wohl Mancher hat ſeinen Stolz