Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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fort;richtiger hätte ich ſagen ſollen: ſolche edle, hochgeartete Geiſter haben es nöthig, gegen ſich ſelbſt vorſichtig zu ſein und ſich beherrſchen zu lernen. Dazu dient am beſten ein gewiſſer Zwang oder Druck, der ihnen Nothwendigkeiten auflegt; er bildet das Gegengewicht zu ihrer oft zu ungeſtümen Willens⸗ kraft, die mit Gott und Menſchen hadert, weil Welt und Leben ſo ermüdend und erbärmlich ausgefallen ſind.

Ich muß bekennen, ſagte Hedwig,daß ich den Sinn Ihrer Worte nicht recht faſſe.

Ich auch nicht, antwortete er laut lachend, aber was thut es! Mir fällt der Fauſt dabei ein, der Speiſe begehrt, die nicht ſättigt, Gold, das un⸗ aufhörlich in ſeiner Hand zerrinnt, einen Trunk, der nie den brennenden Durſt ſtillt; und dennoch ver⸗ ſchmachtet der Narr nach irdiſchem Glück und irdi⸗ ſcher Seligkeit bis zur Verzweiflung, obwohl er die vollen Eimer von ſich ſtößt. Göthe hat mit wun⸗ derbarer Kunſt einen ſolchen Halbgott gezeichnet, der bei aller ſeiner Göttlichkeit dem lumpigſten Teufel ſich überliefert und trotz des angebeteten ſchönen Gretchens mit den häßlichſten Hexen Walpurgisnacht feiert.

Das ſatiriſche Zucken um die Lippen des Re⸗ gierungsrathes vermehrte ſich bei dieſen Auslaſſungen,