Einem Worte Dich zum Erben einſetzen,“ flüſterte der Präſident lächelnd, indem er ſie küßte.
Eben jetzt wurde der Regierungsrath von Wol⸗ ters gemeldet.—„Der kommt mir ſehr ungelegen,“ ſagte Herr von Landau.„Empfange Du ihn Hedwig, und halte ihn einige Zeit auf, bis ich zurückkehre. Er iſt unterhaltend, geiſtreich, wie?“
„Ich höre ihn gern,“ erwiederte ſie.„Er ſpottet über Alles.“
„Und Du ſiehſt ihn auch gern?“
„Wenn er nur keine Brille trüge!“
„Das mußt Du ihm ſagen,“ lachte der Prä⸗ ſident, indem er ſich entfernte.„Ich glaube, er legt ſie Dir zu Liebe ab.“
Gleich darauf trat der Regierungsrath herein, und da er die Gabe beſaß, welche ein Herr aus der Geſellſchaft beſitzen muß, ſogleich in gewandten For⸗ men über den erſten, beſten Gegenſtand zu ſprechen, ſo war nach wenigen Minuten die Unterhaltung im beſten Gange. Herr von Wolters mit ſeinem ſcharfen Verſtande, ſeiner Luſt, zu witzeln, zu ſpotten und zu dezweifeln, ſtand jedoch in vieler Beziehung weit über den meiſten jener Modeherren, welche nur in Formen und Redensarten eingeübt ſind. Mit ſprin⸗ gender Leichtigkeit regte er hundert Fäden an und


