Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Man muß ohne alle Umſtände mit ihm ver⸗ fahren, ſagte Herr Niedlich,muß Fräulein Hed⸗ wig die Augen öffnen über ſeine innere Schlechtig⸗ keit. Wenn eine Braut ihren Bräutigam auch nicht ſonderlich liebt, ſo kann ſie doch auf keinen Fall lei⸗ den, daß er andere Götter neben ihr anbetet und ſie betrügt.

Das auch?! ſagte der Künſtler heftig.

Betrügt ſie ſchändlich, fuhr Herr Niedlich fort Sie wiſſen doch, daß er immer ſchon mit Marie im Hauſe ſein Weſen trieb, in aller Bequemlichkeit. Alle betrügt er! Warum will ſie nicht heirathen? Weder den Reinhold noch noch andere Leute.

Beweiſe! murmelte Herzberg, ohne ſeine Augen aufzuheben.

Was iſt denn da zu beweiſen? fragte Herr Niedlich.Sie haben es bemerkt, wir ſind dahinter gekommen. Sie können es bei Ihrer großen Theil⸗ nahme für Fräulein Hedwig nicht länger aushalten, daß ſie ſo nichtswürdig betrogen wird. Sie gehen hin, entdecken ihr Alles, und wenn er kommt, ſagen Sie es ihm ins Geſicht.

Beweiſe! wiederholte Herzberg, diesmal lauter.

Es läßt ſich allerdings vorausſehen, begann Herr von Wolters,daß ein Beweis gefordert wird 1856. XV. Neues Leben. II. 13