Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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ganzem Herzen, mit reiner, ganzer Seele, und davon verſtehſt Du nichts, Rudolph; Du weißt nicht, was das heißt, geliebt zu ſein!

Die Brillengläſer des Regierungsrathes funkelten blendend, als er ſich zurücklegte, um ſeinen Vetter beſſer anzuſehen. Das blaſſe, ſchlaffe Geſicht wurde durch ſein Lachen noch ſchärfer, und die argliſtigen Falten vom Mundwinkel nach der Naſe hinauf wur⸗ den noch tiefer.Ich habe es in Deiner Weiſe allerdings noch nicht verſucht, ſagte er;es kann jedoch ſein, daß ich auch noch dazu gelange.

Verliebe Dich, heirathe! rief Trifels.Vor lauter Liebſchaften biſt Du noch nicht zur Liebe ge⸗ kommen. Auch Dein Leben muß, wie es jetzt iſt, ein Ende nebmen..

Ich beſinde mich ganz wohl dabei, ſagte Wol⸗ ters.Meine Dienſtgeſchäfte ſind ſehr angenehm, in zwei Stunden täglich iſt alle Arbeit abgemacht, die übrige Zeit iſt meinem Vergnügen gewidmet.

Das heißt, Du machſt Beſuche bei Deinen ſchönen Freundinnen, verabredeſt Partieen, dinirſt in beſter Weiſe, verbringſt die Zeit bis zum Theater mit auderen Vergnüglichkeiten, bis Abends ein Whiſt oder l'Hombre oder ein Stelldichein bei Bertini oder ein Club gleichgeſtimmter Seelen den Schluß macht.