Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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wollteſt Du mit einer ſtolzen, verwoͤhnten, capriciöſen Dame in geſetztem Alter, mit vorgerückten Grund⸗ ſätzen? Aber wenn es auch ein Weſen wäre, wie es ſich die Herren Poeten als Urbild holder Weib⸗ lichkeit malen: geiſtvoll, wie ſie es nennen, voll tiefer oder kühner Gedanken, voll hoher Empfindungen, kurz; gleichmäßig vollkommen an Seele, Herz und Körßer, ſie würde Dich unglücklich machen! Alles in der Welt, nur keine ſentimentale oder ernſthafte, ſo⸗ genannte denkende Frau! Eine denkende Frau iſt eben ſo widerlich, wie ein denkender Schauſpieler. Einge⸗ bildet auf ihre Weisheit und ſteiflederne Verſtändig⸗ keit, will ſie verehrt werden, anerkannt werden, ſelbſt⸗ ſtändig ſein, die herrſchende Stimme haben, und man hat tauſend Rückſichten zu nehmen. Solch ein fröh⸗ liches, leichtes Püppchen iſt eine ganz andere, ange⸗ nehme Sache. Das kümmert ſich um nichts, lebt ſorg⸗ los in Tag hinein, lacht, küßt, liebt und iſt ſelig ver⸗ gnügt über jedes neue Kleid und jeden neuen Putz.

Trifels hatte ſtill finnend zugehört.Du zeich⸗ neſt den Wald, deſſen Bäume Du kennſt, antwor tete er jetzt.Bei Deinem lockeren, leichtfertigen Leben und Deinen intimen Bekanntſchaften mit Sän⸗ gerinnen und Tänzerinnen ſind ſolche Anſchauungen ganz in der Ordnung. Hedwig liebt mich von