Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Dann mußt Du nicht heirathen, ſagte Wol⸗ ters.Wer ſo durſtig iſt, muß nie glauben, daß ein Becher ewig währen, nie leer werden kann. Ich gebe Dir jedoch zu, fuhr er fort, als er den Schatten bemerkte, der plötzlich wie ein Schleier auf das heitere Geſicht ſeines Vetters ſiel,daß Hedwig's Erſchei⸗ nung ſo viel Zauberiſches hat, um daran zu glauben. Man kann nichts Lieblicheres ſehen, als dieſes rei⸗ zende Geſicht mit den beweglichen Augen, dem ſchel⸗ miſchen Grübchen und den zehntauſend Einfällen in jeder Minute. Langweilig wird Deine Ehe ſo leicht nicht werden. Sie wird Dich in Athem erhalten.

Ich muß in Athem erhalten werden! rief Trifels mit der alten Fröhlichkeit.

Auch darin ſtimme ich Dir bei, fuhr Wolters fort.Fuͤr ein ſogenanntes ſtilles, häusliches Glück biſt Du nicht geſchaffen.

Glaubſt Du das auch? fragte Trifels lebhaft.

Du biſt ſelbſt viel zu unruhig, erregt, von Einfällen geplagt, fuhr der Vetter in ſeiner Weiſe lächelnd und den Pferdefuß drehend, fort,und trotz Deiner liebenswürdigen, heiteren Gemüthlichkeit mit allerlei ſeltſamen Launen behaftet, die ſich ſchon daran beweiſen, daß Du ſeit Jahren in dieſer Höhle wohnſt und Deinen Kaffee ſelbſt kochſt. Was